• Dr. Roy Kühne

CDU
Mitglied des Deutschen Bundestags (MdB)
Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis 52
Goslar-Northeim-Osterode

klein Thorsten Herbote Andreas Dames Lars Pallinger und Roy Kühne

In 20 Jahren werden wir zurückblicken und sehen, dass es sich gelohnt hat

Goslar. 10.02.2017. Am Donnerstag, 9. Februar 2017, lud der Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne zu einer Veranstaltung unter dem Motto „Arbeitsmarkt der Zukunft – Integration von Flüchtlingen“ in das Berufsförderungswerk Goslar ein.
 
Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern wurden die Chancen, Herausforderungen und Perspektiven im Rahmen der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt diskutiert. Nach einführenden Worten von Dr. Kühne und Landrat Thomas Brych folgten drei Fachvorträge.
 
Als Experten der Diskussionsrunde waren Fachleute aus den Bereichen der Arbeitsvermittlung (Andreas Dames als Bereichsleiter der Bundesagentur für Arbeit), des Arbeitsrechts (Rechtsanwalt und Notar Thorsten Herbote) und der Ausbildung (Lars Pallinger als Leiter des Berufsförderungswerks Goslar) geladen. Diese erläuterten sachorientiert die aktuelle Arbeitsmarktlage in Bezug auf die zu uns gekommenen Menschen und machten die großen Herausforderungen von Integration anhand fester Kennzahlen deutlich:
 
So kann es laut Andreas Dames rund fünf bis acht Jahre dauern, bis Flüchtlinge die Qualifikationsstufe einer Fachkraft erreichen. Bisher seien etwa 14% von Ihnen Fachkräfte, mehr als 60% sind der Gruppe der Hilfsarbeiter zuzuordnen. Aktuell suchen 458.000 Flüchtlinge aus nichteuropäischen Herkunftsländern Arbeit, 189.000 sind arbeitslos. Im Januar des Vorjahres waren es noch etwa die Hälfte. Etwa 71% der Flüchtlinge sind Männer und drei Fünftel von ihnen ist unter 35 Jahren.
 
Doch wie sieht es in unserer Region aus? Über Ausbildung oder Studium verfügen 21% der Flüchtlinge, wobei die überwiegende Zahl die Qualifikationsstufe eines Helfers innehat, 17% hingegen sind Fachkräfte oder Experten. Bedarf besteht vor allem beim Deutschen Spracherwerb, weil ein knappes Viertel unter der sog. A1-Qualifikationsstufe liegt, sich also nicht im Ansatz auf Deutsch artikulieren kann.
 
Um Sprache, Kultur und Gesellschaftsform zu vermitteln, ist eine große Anstrengung der Gesellschaft notwendig. Hierbei zeigt sich auch, dass der Großteil der Flüchtlinge ein großes Integrationspotential mit sich bringt. Hierzu erläuterte Lars Pallinger aktuelle Ansätze zur Verzahnung von Beruf und Integration. Ab Mai starte in Goslar ein Projekt, bei dem ältere Mitarbeiter, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben können, junge Flüchtlinge zu Bauhelfern ausbilden. Pallinger erläuterte ebenso die beiden Projekte in diesem Zusammenhang: Mit dem SPRINT-Projekt soll in drei Modulen Spracherwerb, Einführung in regionale Kultur- und Lebenswelt, und letztlich die Einführung in das Berufs- und Arbeitsleben umgesetzt werden. Das umA-Projekt hingegen richtet sich an unbegleitet minderjährige Asylsuchende, um ihnen beim Strukturieren des Alltags unter die Arme zu greifen.
 
Rechtlich flankiert wurde der Abend von Thorsten Herbote, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Er stellte die rechtlichen Voraussetzungen vor, Flüchtlinge anzustellen und erläuterte die rechtliche Bedingungen, mit Flüchtlingen in einem Betrieb zu arbeiten. Dabei betonte er, dass die Registrierungsprobleme nun weitestgehend abgeschlossen seien und es sich arbeitsrechtlich mehr auf die Problematik verlagere, ob Asylanträge bereits gestellt seien oder ob Kündigungen wirksam seien. Letzteres führe mit Blick auf die Religionsfreiheit zurzeit auch zu Grundsatzentscheidungen, beispielsweise beim Bundesarbeitsgericht.
 
Roy Kühne war am Ende der Veranstaltung über das Engagement aller Anwesenden begeistert und appellierte: „Ich bin sehr stolz auf die Tatkraft der Bürgerinnen und Bürger, der Vereine, Verbände und Institutionen in meinem Wahlkreis! Ich bedanke mich insbesondere bei den vielen Ehrenamtlichen, die mit ihrem langen Atem eine tragende Säule unserer Gesellschaft sind. Es ist wichtig, dass wir keine Probleme verschönen, sondern realistisch mit der Sache umgehen. In 20 Jahren werden wir zurückblicken und sehen, dass es sich gelohnt hat, mit der Herausforderung offen umzugehen.“

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